Vom Freak zu kaerF

Es ist ganz lustig, von Zeit zu Zeit lachen mich Leute wegen meines Nicknames aus und machen einen Spruch. Sowas wie “das gibt’s doch gar nicht” wenn jemand sagt, dass er aus Bielefeld kommt: “boah du bist aber ein Freeeeak” in verschiedenen Intonationen oder “Freak out!” oder Dinge in der Art.

Die meinen das gar nicht böse und noch viel besser: es kommt auch gar nicht böse bei mir an.

“Freak”, das ist die Selbsteinschätzung der Außenwahrnehmung meines circa fünfzehnjährigen Selbst. Der Linux-Freak, die Sportniete, der Typ der sich immer so “gepflegt” ausdrückte1) und es nicht mochte, wenn man ihn “Raible” nannte. Freak waren Zuschreibungen und gleichzeitig Stolz. Darauf, dass ich derjenige war, den man fragte, wenn es darum ging, “Computer” zu erklären. Darauf, dass ich mich bald auch mit Linux leidlich auskannte und damit die Koriphäe war, die dem Mathelehrer (der natürlich gleichzeitig der Admin der fünfundzwanzig Rechner der Schule war) davon erzählte.

‚Freak‘ wurde zum Nickname, mit dem ich Anerkennung an anderer Stelle bekam. Im Netz, später beim LinuxTag. Dort war das mein Name. Mit dem ich gemocht wurde.

Wenn im IRCNet Freak schon belegt war, benutzte ich eben kaerF. So kam es, dass ich im Entropia als kaerF bekannt wurde.

kaerF hatte mit Studienbeginn zum ersten Mal im Leben auf einen Schlag einen riesigen Freundeskreis, war unterwegs, lernte Bier zu mögen und Club Mate zu lieben2).

Die Fassade, das Schild, das Freak darstellte, steckt noch in mir. Sie ist wohl immer noch wichtig. Aber größtenteils bin ich heute kaerF, der seine Stärken zwar oft immer noch sucht, aber weiß, dass er welche hat.

Man spricht das “Kärf” und schuld daran ist der großartige hds.

1) mir fällt nicht mehr ein, wie mein Mitschüler das immer nannte… geleckt? schleimig?
2) ab der zweiten Flasche