Ich kam im vergangenen Herbst nach der Berlin-Wahl zu den Piraten. Doch vielleicht bin ich etwas untypisch für diejenigen, die durch die 15 Piraten zum Eintritt bei den Piraten bewegt wurden, denn meine Begründung fängt nicht mit “vorher hatte ich mich noch nie für Politik interessiert” an:
1998 empörte ich mich, fünfzehnjährig, am CDU-Stand auf dem Wochenmarkt über die infame Unterschriftenaktion gegen die doppelte Staatsbürgerschaft.
Noch während der Schulzeit war ich der Nerd, der sich für Linux und Free Software interessierte. Ab 2002 half ich beim LinuxTag aktiv mit und saß schließlich 2005 – nach mehreren Tagen des Protests im strömenden Regen vor dem Parlament – auf den Besucherrängen im Straßburger EU-Parlament, als die Softwarepatente-Richtlinie abgelehnt wurde.
2003 trat ich, politisiert vom Irak-Krieg, bei den Grünen ein. Der erste Stammtisch mit ausschließlich kommunalen Themen und eher skeptischen Blicken auf den damals zwanzigjähren war aber bis auf das eine Mal Wahlkampfhilfe 2005 meine einzige Aktivität in der Partei.
2004 wurde ich beim Entropia (CCC Karlsruhe) aktiv, seit meinem Umzug (zurück) nach Bremen 2005 wurde ich mit dem frisch gegründeten Chaostreff Bremen aktiv gegen die Voratsdatenspeicherung, die Anti-Terror-Gesetze und das mit der Terror-Angst geschürte Misstrauen zwischen Staat und Bürgern sowie untereinander.
2009 trat ich Zensursula gegenüber und in den AK Zensur und den FoeBuD ein sowie nach einem blöden Kommentar des Bremer Fraktionsvorsitzenden der Grünen (“Hirn herausgetwittert”) bei den Grünen wieder aus.
In den zwei Jahren zwischendurch arbeitete ich an meinem Hauptstudiumsprojekt und bei den AKs gegen Vorratsdatenspeicherung und Zensur, besuchte zwei Mal das EU-Parlament in Brüssel, um dort mit Abgeordneten und Kommissionsmitarbeitern über Datenschutz und anderes zu sprechen, wollte aber zunächst nicht parteipolitisch aktiv werden.
Im Oktober 2011 trat ich bei den Piraten Bremen ein und wurde im November zum Beisitzer im KV Stadt gewählt.
Ich bin Netzpolitiker, ich bin Bürgerrechtler, ich bin genderpopender-affin.
Ich kandidiere auf dem Landesparteitag für einen Beisitzerposten, weil – wie mir und euch durch Roberts stete freundliche-bestimmte Hinweise bekannt ist – ich an meiner Diplomarbeit sitze und nach aktueller Einschätzung im Juni damit fertig sein werde.
Im Landesvorstand möchte ich mich dann, sobald es meine Zeit zulässt, weiter wie schon im KV darum kümmern, Pressearbeit zu machen und die Piraten der drei Bremer Gliederungen aktiv zusammenzuhalten. Außerdem will ich mich und die Piraten Bremen weiter vernetzen und uns helfen, gemeinsam und tatkräftig die kommenden Wahlkämpfe 2013-2015 anzugehen.
Wenn ihr Fragen habt, freue ich mich auf eure Mails und Kommentare (die ich dann erst beantworte, wenn ich Feierabend von der Diplomarbeit mache ;).
Sebastian Raible
Beisitzer im Kreisvorstand Bremen-Stadt der Piratenpartei
sebastian punkt raible bei bremen.piratenpartei.de
